Neue Zuger Zeitung
20. Oktober 2006
Die Compagnia Rossini aus der Surselva eroberte mit ihrem faszinierenden Gesang die Herzen des Oberägerer Publikums im Sturm.
Gesang geht unter die Haut
VON MARTIN MÜHLEBACH
Mit der Verpflichtung von La Compagnia Rossini gastierte am Mittwochabend auf Einladung von Kultur Oberägeri ein Ensemble im Maienmattsaal, das keine Wünsche offen liess. Unter der Leitung von Armin Caduff boten die Sängerinnen und Sänger aus der Surselva dem von Beginn weg begeisterten Publikum einen unvergesslichen Liederabend.
Die ausgesuchten Melodien aus der Opernwelt, die schwungvollen Tanzlieder und die süffigen romanischen Volkslieder gingen unter die Haut. Mehr noch. Sie fanden den direkten Weg in die Herzen des Publikums, das beinahe andächtig lauschte und jede Darbietung mit frenetischen Applaus verdankte. Am Ende des Liederabends gab es zu Recht stehenden Applaus.
Von Mozart bis Rossini
Mit dem Figaro aus «Don Giovanni» von Mozart erreichte der Liederabend bereits kurz nach Beginn einen seiner zahlreichen Höhepunkte. Die vier Sopranistinnen - Anica Defuns, Cornelia Cathomen, Maria Catrina Caduff und Gudrun Gavigelli - Xenia Halon und Lisabet Caduff (Mezzosopran), Bruno Flepp (Tenor) und Flurin und Armin Caduff (Bass) sowie Christoph Demarmels am Flügel legten sich derart ins Zeug, dass der Maienmattsaal zu bersten drohte. Die in Cham wohnhafte Anica Defuns begeisterte mit ihrer gefühlvollen Soloeinlage ebenso, wie die verschiedenen Duettvorträge, die an Leidenschaft kaum mehr zu überbieten waren. Der erste Konzertteil endete mit der Mondschein-Sonate von Beethoven und Werken von Rossini. Nach der Pause, in der das Publikum sichtlich begeistert über das Konzert diskutierte, knüpfte La Compagnia Rossini nahtlos an ihre grossartige Darbietung an.
Verdi und Tanz- und Volkslieder
Nun standen Werke von Giuseppe Verdi auf dem Programm. Flurin Caduff begeisterte mit seinem Solovortrag Granada, und der Damenchor überraschte mit einem Werk von Chopin. Schwungvolle Tanzlieder und melodiöse romanische Volkslieder gabs zum Abschluss. Als das stehend applaudierende Publikum den Saal einfach nicht verlassen wollte, intonierte das Ensemble: «Wir wollen jetzt nach Hause gehn, drum singen wir auf Wiedersehn.» Es nützte nichts. Der Chor liess sich vom begeisterten Publikum erweichen und bedankte sich seinerseits mit mehreren Zugaben. Eine der letzten war «La Montanara», die manchem Besucher des Liederabends noch auf dem Heimweg in den Ohren gelegen haben mag.
Gratulationen von allen Seiten
Als sich das Ensemble kurz nach seinem Auftritt unter das Publikum mischte, durfte es von allen Seiten Lob und Anerkennung entgegennehmen. Ein Konzertbesucher, der Armin Caduff versicherte: «Sie haben heute Abend im Ägerital viele begeisterte Anhänger ihres Gesangs gefunden», traf den Nagel genau auf den Kopf.
