Der Rheintaler. 24. August 2006
Ein Liederabend erster Klasse eröffnete am Donnerstagabend die Heerbrugger Schlosskonzerte
Heerbrugg. Hochstehende Konzerte ins Rheintal zu bringen, war das Ziel des Initianten Aldo Zäch. Bereits das erste Heerbrugger Schlosskonzert erfüllte die hochgesteckten Erwartungen.
Max Pflüger
Gioacchino Rossini brillierte nicht nur als Opernkomponist. Er besass zu seiner Zeit auch einen grossen Ruf als Meisterkoch und liebte es, seine Gäste mit musikalischen und kulinarischen Soirées zu überraschen. Am ersten Heerbrugger Schlosskonzert hätte er seine helle Freude gehabt. Das Galabuffet von La Culina aus Bad Ragaz stand dem musikalischen Genuss mit dem Solistenensemble «La Compagnia Rossini» aus der Surselva in nichts nach. Dies, verbunden mit einer hervorragenden Organisation in einer würdigen Umgebung, machte das erste Schlosskonzert zu dem, was sich Aldo Zäch immer gewünscht hat, zu einer Vision für das Rheintal.
Mutter Aldo Zäch
In einer ausserordentlich witzig gehaltenen Rede begrüsste Martin Pozivil das soeben geborene jüngste Kind der Rheintaler Kultur und dankte der «Mutter» Aldo Zäch, der monatelang mit der Idee der Schlosskonzerte schwanger ging. «Zäch» sei er gewesen beim Verfolgen seiner Visionen, beharrlich und schliesslich erfolgreich. Dies sei in einer Zeit, in der Kulturgärtner meist nur gerade noch «Mauerblümchenspezialisten» seien, nicht selbstverständlich.
Diesem Dank schloss sich Gemeindepräsident Ernst Metzler an. Er gab seinem Stolz über das kürzlich neu renovierte Schloss Ausdruck und wünschte sich, dass Schloss und Schlosskonzerte in die Region ausstrahlen werden. Dieser Gedanken sei auch der Grund, weshalb der Verein St. Galler Rheintal das Patronat über die Konzerte übernommen habe.
Hervorragende Akustik
Nachdem auch Aldo Zäch selbst die Gäste begrüsst hatte, wurde die Bühne in der alten Schlossremise für die Künstler freigegeben.
Gleich vom ersten Ton an spürte man, hier wurde Grossartiges geboten. Sowohl visuell als auch akustisch erfüllte die alte Scheune mit der rohen Backsteinmauer hinter der Bühne und dem hohen Dachstuhl den grossen Anforderungen.
Der Konzertraum war hervorragend gewählt, die Stimmen kamen jede einzel zum Tragen. Musikalisch liess die Schlossremise nichts zu wünschen übrig. Die grosse Musikalität des Ensembles, das übrigens ohne Mikrofone und Verstärkeranlagen sang, erfüllte den weiträumigen und hohen Zuhörerraum bis in die hintersten Reihen mit brillanter Klarheit und Transparenz.
Bekannte Opernmelodien
Neben der guten Akustik war das gute Gelingen des ersten Schlosskonzertes aber vor allem «La Compagnia Rossini» zu verdanken. Das Solistenensemble ist in der Surselva beheimatet und steht unter der Leitung seines Gründers Armin Caduff. In Heerbrugg standen sieben Damen und drei Herren im Einsatz, die von Eric Christen am Flügel begleitet wurden.
Im ersten Teil sangen sie Melodien von Mozart, Rossini und Verdi, im zweiten Teil erklangen vor allem Tanzlieder aus der Romantik sowie italienische Canzoni.
Gesang auf höchstem Niveau
Während rund zwei Stunden erlebten die Besucher der Heerbrugger Schlosskonzerte ein musikalisches Feuerwerk von selten gehörter Qualität. Sowohl als Solisten wie im Chor präsentierten sich Sänger von hohem Talent und bester Ausbildung.
Sicher im Rhythmus in den schnellen Passagen, weich und klingend in den tragenden, vor allem aber sorgfältig aufeinander abgestimmt und ausgewogen interpretierten sie die Werke und liessen sie in ihrer vollen Schönheit erstrahlen. Eine hervorragende Artikulation trug das Ihre dazu bei.
Mässige aber wohl eingesetzte Gestik unterstrich die Vorträge ohne die Musik zu konkurrenzieren. Begeisterter Applaus nach jedem Lied und zum Schluss des Konzertes zeugte davon, dass «La Compagnia Rossini» im Rheintal zahlreiche neue Freunde gewonnen hatte.
Gemütlicher Ausklang
Nachdem sich die Sänger von den Zuhörern mit dem bekannten Volkslied «Dorma bain» verabschiedet hatten, kamen die Gäste zum Schluss in den Genuss eines ausgesuchten Dessertbuffets.
