2. Akt, 1. Szene
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| Nachdem Pagano ein ganzes Jahr unterwegs war, fand er in Antiochien einen Ort, wo er als Einsiedler ein neues Leben begonnen hatte. Als Mann Gottes spendete er hier schon vielen Menschen Trost und Kraft. Eine herannahende fremdartige Musik treibt den Eremiten zurück in seine Hütte. Es sind die Sarazenen, die heute vor seiner Caverna rasten werden. Unter den vielen Frauen befinden sich auch Giselda, Viclinda und Elvira. Obwohl sie als Gefangene gelten, haben sie ihre Feinde schätzen und lieben gelernt. Giselda und Oronte, der Anführer der Sarazenen, sind unsterblich verliebt. Die Frauen vertreiben die Zeit mit einem Tanzlied (La bella straniera). |
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2. Szene
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| Oronte, wegen seiner Liebe zur Christin Giselda vom schlechten Gewissen geplagt, wendet sich um Rat und Beistand an seine Mutter Sofia (Oh madre mia che fa con lei?). Sofia, die ursprüngliche Christin, war selber einmal in dieser Lage. Sie findet die richtigen Worte und rät Oronte, sich auf seine Gefühle und Gottes Willen zu verlassen. Unterdessen wurde der Harem von ihren Männern aufgefordert, den Weg fortzusetzen, und auch Oronte und Sofia folgen ihnen. |
3. Szene
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| Die Sarazenen sind endlich fort. Der Eremit tritt aus seiner Hütte. Eine merkwürdige Stille bereitet ihm Sorgen (E ancor silenzio). Er befürchtet, dass es bald zu Kämpfen zwischen den Sarazenen und den Kreuzrittern kommen könnte. Mit seinen eigenen Händen kann er nichts zum Frieden beitragen. Nur Gott allein kann diesen sinnlosen Kampf zum Guten wenden. |
4. Szene
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| Nach dieser Meditation eilt ein Mann auf den Eremiten zu. Es ist Pirro, der ihn um die Absolution bittet und sich nach den Sarazenen erkundigt.Wenn er genügend Männer auftreiben könne, sei er bereit, ihn zum Feind zu führen, wo sich auch die lombardischen Frauen befänden. Inzwischen haben sich alle Männer um ihn versammelt, um aus voller Brust den lombardischen Kriegsgesang ertönen zu lassen (Guerra! Guerra! S’impugni la spada!) |
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5. Szene
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| Nach mehreren Tagen ohne Rast gelangen die Sarazenen erschöpft und hungrig in ein kleines Tal. Hier wollen sie lagern. Acciano und ein Haremsmädchen versuchen die müden Sklavinnen wach und munter zu halten. Die Männer entfernen sich, um Nahrung zu holen. Ihre müden Frauen legen sich zur Ruhe. Nur Giselda, immer noch mit Viclinda und Elvira in Fesseln gelegt, bleibt wach und bittet den Himmel, sie von ihren Sorgen und Ängsten zu erlösen (Oh madre dal cielo soccorri al mio pianto). |
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6. Szene
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Ein Geräusch hat die schlafenden Frauen geweckt. Schon sind die Lombarden zur Stelle, angeführt vom Eremiten. Sie versuchen Giselda, Viclinda und Elvira zu befreien. Sofia wird schwer verletzt, als sie Giselda zurückhalten will (No! Giusta causa non è d’Iddio). Während alle bestürzt und ergriffen zusehen müssen, wie Sofia mit Todesschmerzen kämpft, naht die Stimme Orontes. Dieser eilt mit seinen Getreuen zu Hilfe (Ah no! D’Oronte stai fra le braccia!). Die Lombarden ergreifen die Flucht. Nur Pirro hat den Mut, sich zu wehren. Im Kampf um Giselda sticht er den Anführer der Sarazenen nieder. Im Kampf um Leben und Tod beteuert Oronte seine Liebe zu Giselda, die mit Hilfe Elviras und Viclindas alles tut, um sein Leben zu retten. Giselda will bei ihm bleiben, auch wenn sie dabei ihre Verwandten und Freunde verliert (Tende lombarde addio). |
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7.Szene
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| Die Klänge einer Violine wecken in Giselda und Oronte neue Hoffnung. Angeführt vom Geigenspiel erscheinen nun die Pilger (Intermezzo). Sie wissen, dass es bis zur ersehnten Stadt Jerusalem nicht mehr weit ist. Sie pflegen die verletzten Sofia und Oronte und erreichen mit ihnen das Ufer des Jordans. Der Eremit, im Wasser stehend, segnet einen nach dem anderen mit dem heiligen Wasser des Jordans. Er bemerkt unter den Pilgern auch Giselda, Elvira und Viclinda. Dann sorgt er sich um Oronte, indem er ihm mit dem heiligen Wasser die Wunde wäscht (L’aque sante del giordano). Oronte selbst wähnt sich schon im Himmel. Er sieht das Paradies voller Engel, die ihm zuwinken und für ihn singen (Visione). Seine Mutter will ihn nicht in die Ewigkeit ziehen lassen und wehrt sich gegen diese Engelschar. Darauf gelingt es Giselda, Elvira und Viclinda, Oronte von diesem Delirium für kurze Zeit zu befreien (In cielo benedetto). Doch die paradiesische Verführung lässt ihn nicht mehr los. |
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8. Szene
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| Erst als sich die Pilger vereint mit den Engeln mit einem Lobgesang dem Sterbenden nähern, wird Oronte zu neuem Leben erweckt (O signore del tetto nativo). Dieser Lobgesang an den Schöpfer lässt alle irdischen Sorgen entschwinden. |
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9. Szene
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| Aber nicht lange. Denn Pirro meldet die herannahenden Sarazenen. Nur mit vereinten Kräften sind sie zu besiegen. Überzeugt von der Rede Pirros greifen alle Pilger zu den Waffen. Zusammen mit den Lombarden stimmen alle einen mächtigen Kriegsgesang an, um mutig und furchtlos in den Kampf zu ziehen (Guerra! Guerra! Gia rifulgon le sante bandiere!). |
10. Szene
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| Schwer verwundet und gestützt durch Arvino und Giselda kommt der Eremit als erster vom Schlachtfeld zurück. Da erkennt er seinen Bruder Arvino (D’Arvino? Qual nome!) Die Vergangenheit holt ihn ein. Er verliert den Verstand und bricht zusammen. Nachdem Giselda, Elvira und Viclinda ihn besänftigt haben, erstrahlt sein Gesicht, als er sie erkennt. Pagano, der Eremit, bittet um Vergebung. Da erscheint Pirro, das heilige Kreuz tragend, gefolgt von Lombarden und Pilgern. Sie feiern den Sieg und singen, Gott dankend, den Lobgesang (Te lodiamo gran Dio di vittoria). Auf der anderen Seite des Jordans erstrahlt die heilige Stadt Jerusalem im vollen Glanze (Text A.C.). |
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