PLAUN SALTER - INHALT
Prolog - 2025, im Schulhaus Danis-Tavanasa
Die Kinder erzählen das Märchen vom Dorf Laradira.
1. Akt – 1957, auf dem Dorfplatz in Laradira
Es ist Sonntag, und die Bewohnerinnen und Bewohner von Laradira gehen in die Messe. Zwei Mädchen, Selina und Tina, kommen zu spät und sind aufgeregt, denn sie müssten in der Kirche ein Lied singen. In diesem Moment kommt eine Frau aus Italien in Laradira an. Sie und ihr Begleiter suchen Plaun Salter. Die Frau beruhigt die Mädchen, singt gemeinsam mit ihnen ihr Lied und begleitet sie dann in die Kirche.
Während der Messe nähern sich wilde Hunde dem Dorfplatz vor der Kirche. Die Hunde sind ihrem Besitzer, dem Eremiten, entflohen. Dieser findet seine tierischen Gefährten vor der Kirche, wo man den Gesang und die Gebete der Messgänger hören kann. An der Wand bemerkt er ein Schreiben zu einer ausserordentlichen Versammlung, und er ahnt, dass dies zu Turbulenzen führen könnte.
Nach der Messe versammeln sich alle Dorfbewohner auf dem Dorfplatz, um die angesagte Versammlung abzuhalten. Plaun Salter, eine Waldlichtung ausserhalb des Dorfes, steht zum Verkauf, und heute soll die Versteigerung stattfinden. Der Gemeinderat Conrad und der Kanzlist Carli stellen die Interessenten, die in Kürze im Dorf erwartet werden, vor: ein Herr von der Firma Wilson aus London und der Direktor der Vatikanbank. Eine italienische Frau scheint nicht einverstanden zu sein und möchte eingreifen, doch sie wird von Conrad unterbrochen. Immer wieder mischt sich diese Frau in die Angelegenheiten ein, bis der Gemeinderat dem Jungmannschaftsvorsteher, Baseli, den Befehl erteilt, diese festzunehmen.
Nicht nur diese Frau ist mit dem Vorgehen nicht zufrieden; die Bauern, angeführt von Giuli und Balzer, wollen Plaun Salter nicht verkaufen. Ihrer Meinung nach wird dieser Verkauf das Dorf ins Unglück stürzen. Zum einen dürfe man nicht die Heimat verkaufen und die Natur zerstören. Zum anderen wisse man wohl, dass Plaun Salter unter dem Schutz des Eremiten stehe, und diesen sollte man lieber nicht verärgern. Conrad will jedoch nichts von dem Märchen eines Eremiten wissen.
Dann meldet sich eine Dame mit dem Wunsch, dass auch sie am Kauf von Plaun Salter mitbieten möchte. Dabei handelt es sich um Luzia Vonlanthen, eine einheimische Frau, die vor vielen Jahren aus dem Dorf vertrieben wurde und nun als Millionärin zurückgekehrt ist. Sie möchte Plaun Salter kaufen, um aus den Kristallen luxuriöse Parfumflacons herzustellen.
Während die Einwohner von Laradira noch dies und das zu besprechen haben, kommt eine Frau aus England an. Sie stellt sich als Lady Wilson, die Chefin und Besitzerin der Firma Wilson in London, vor. Sie möchte Plaun Salter kaufen, um für die Königin von England einen speziellen Ofen aus Kristall zu konstruieren. Conrad ist mit dem Eintreffen dieser Dame leicht überfordert, er hatte ja einen Mann erwartet und hinzu kommt, dass er überhaupt kein Englisch versteht.
Sur Giachen, der Pfarrer von Laradira, nützt die Situation, um von seinen Plänen zu berichten. Er erzählt, dass die Kirche Sonntag für Sonntag überfüllt sei und dass das Gemäuer der Kirche nicht mehr lange halten werde. Man wolle deshalb eine neue Kirche bauen und der Erlös aus dem Verkauf von Paun Salter würde dann zugunsten dieses Projektes gehen. Die Kinder sind von dieser Neuigkeit begeistert, stürmen herbei und unterbrechen die Versammlung.
Plötzlich erscheint Stefan, ein Mitglied der päpstlichen Garde, auf dem Dorfplatz. Er sucht seine Vorgesetzte, Donna Friselli. Dem Gemeinderat Conrad wird klar, dass er einen grossen Fehler begangen hat: die italienische Frau, die er so schlecht behandelt hat, ist die Direktorin der Vatikanbank. Diese ist natürlich überhaupt nicht glücklich, wie man sie empfangen hat. Als sich alle nach diesem Schock etwas beruhigt haben, erzählt sie den Grund, weshalb sie Plaun Salter erwerben möchte: aus den Kristallen sollen neue Ringe für die Kardinäle kreiert werden.
Die Runde ist nun vollständig und die Versteigerung kann am Nachmittag in Plaun Salter stattfinden.
2. Akt - 1957, in Plaun Salter
Nach dem Mittagessen treffen sich die Kinder zum Spielen in Plaun Salter. Dieser mystische Ort weckt ihre Fantasie und sie sind ganz in ihrem Spiel vertieft. Plötzlich steht der Eremit mit seinen wilden Hunden vor ihnen. Dieser wilde Mann macht ihnen grossen Eindruck, doch sie merken schnell, dass sie vor ihm keine Angst haben müssen. Der Eremit bestreut die Steine mit einem wundersamen Pulver, dieser solle die drei Frauen benebeln und von Plaun Salter vertreiben.
Auf einmal nähern sich die Bauern der Waldlichtung. Auch sie haben einen Plan: mit Güllengestank hoffen sie, die drei noblen Frauen loszuwerden.
Nach und nach kommen alle in Plaun Salter an. Die drei Frauen sind vom Ort beeindruckt, sie sind insbesondere von dem wunderbaren Duft angetan. Es dauert nicht lange, und sie spüren die berauschende Wirkung des Pulvers vom Eremiten. Die Männer entscheiden sich, die drei Frauen in eine Scheune zu tragen, damit diese sich dort von ihrem Rausch erholen können.
Währenddessen erscheint der Eremit den Einwohnerinnen und Einwohnern von Laradira, diese stehen unter Schock: Es ist kein Märchen, der Eremit existiert! Die Männer, die von der Scheune zurückkehren, wollen jedoch nichts von solchen wirren Fantasien wissen. Sie behaupten, dass seien Halluzinationen ausgelöst durch dieses Pulver auf den Steinen. Sur Giachen und Conrad nützen die Abwesenheit der Damen, um etwas Propaganda für den Verkauf von Plaun Salter zu machen. Auch die Bauern ergreifen die Gelegenheit, um die Anwesenden von ihrer Sache, dem Erhalt von Plaun Salter, zu überzeugen.
Endlich kehren die drei Frauen zurück. Sie sind jedoch noch etwas benommen, vor allem Donna Friselli hat sich noch nicht ganz von diesem Rausch erholt.
Schliesslich kann die Versteigerung beginnen. Sur Giachen und Conrad sind sich jedoch uneinig, wer die Leitung der Versteigerung innehat, und geraten sich in die Haare. Solch ein Benehmen gefällt Lady Wilson und Luzia Vonlanthen gar nicht, und sie mischen sich ein. Die ganze Situation scheint zum Scheitern verurteilt, und die Bauern sind sich nun sicher: die Frauen geben auf. Doch dies bestärkt Donna Friselli, und sie bietet immer grössere Summen, bis sie von einer Stimme aus dem Wald gestoppt wird. Der Eremit gibt sich zu erkennen und seine Hunde ergreifen Conrad. Dieser muss sich geschlagen geben und verzichtet auf den Verkauf von Plaun Salter.
Die Kinder sind nicht zufrieden, den ganzen Nachmittag mussten sie wieder auf ihr Spiel verzichten, weil die Erwachsenen ihren Spielplatz in Beschlag genommen haben. Sie lassen sich von der wundersamen Umgebung in Plaun Salter inspirieren und versinken in ihrer Fantasiewelt.
Da der Verkauf gescheitert ist, bittet Sur Giachen noch um eine Spende zugunsten der neuen Kirche. Doch die Leute sind voller Ausreden: die einen haben den Geldbeutel vergessen, andere flüchten vor dem anstehenden Gewitter und die Bauern müssen zu einer kalbenden Kuh.
Schlussendlich bleibt Conrad allein zurück, und da bemerkt er, dass er seine Position als Gemeinderat überdenken muss: er muss zurücktreten.
Epilog – 2025, im Schulhaus Danis-Tavanasa
Die Kinder erzählen vom Schicksal von Conrad: Nach diesem Vorfall ist er von seinem Amt als Gemeinderat zurückgetreten und später an einem Lungenleiden gestorben. Erst an seinem Grab hat man sich für seinen unermüdlichen Einsatz zum Wohlergehen des Dorfes bedankt.
Alle Sängerinnen und Sänger besingen, was aus dem Dorf Laradira geworden ist.
